Haltepunkt Wieda-Süd
[ km 3,4 ; 312 m ü. NN ]


Wir befinden uns an einem der ältesten Industriestandorte des Harzes. Bereits um 1200 verhütteten Walkenrieder Zisterziensermönche hier Kupfererze. Ab Mitte des 19. Jhd. wurden hier Zündhölzer hergestellt, der zugehörige Bahnhaltepunkt der Südharzeisenbahn (kurz: SHE) hieß ursprünglich "Wieda Zündholzfabrik". Die Einführung der Zündholzsteuer und ein Brand bedeuteten jedoch um 1910 ihr Ende. Die Harzer Papierfabrik Richter und Eisermann produzierte ab 1927 an diesem Standort. Bis heute werden hier Verpackungsmaterialien hergestellt. Früher führte ein Anschlussgleis von der Hauptstrecke in scharfem Bogen auf das Werksgelände.

Ansicht der früheren Zündholz-Fabrik Schröter.
[Quelle: Sammlung K. Pfeiffer]
Mitarbeiter der SHE auf dem Werksgelände der Papierfabrik.
[Quelle: Sammlung J. Kühnhold/Sammlung W. Dörner

1935 wurde der Haltepunkt in Wieda-Süd umbenannt: Der Gemeindedirektor hatte argumentiert, dass man nicht in einem Kurort auf Industriebetriebe hinweisen wolle. Für den Personenverkehr war der Haltepunkt von untergeordneter Bedeutung, so gab es auch nur ein offenes Wartehäuschen. Nach der Streckenstilllegung in den 1960er Jahren wurden die Gleise und der Haltepunkt rückgebaut. Güterwaggons wurden jedoch weiter eingesetzt auf sogenannten "Culemeyer-Wagen" auf der Straße vom und zum Walkenrieder Bahnhof transportiert.

Wartehäuschen am Haltepunkt Wieda-Süd, das rechte Gleis führt auf das Werksgelände, geradeaus geht es zur Ortsmitte. [Quelle: Sammlung W. Dörner, Aufnahme: G. Prikowski]Mit einem "Culemeyer-Transportroller" und Zugmaschine wurden die Güterwagen nach 1963 transportiert. [Quelle: Sammlung W. Dörner, Aufnahme: H.H. Heidenbluth]

Begründet wurde die Südharzeisenbahn zu Dampfrosszeiten, doch bereits ab 1931 kamen neben den Dampfloks auch Triebwagen mit Dieselmotoren zum Einsatz. Drei verschiedene VT-Modelle wurden genutzt, das Kürzel steht für "Verbrennungstriebwagen".

VT 02: Modernisierung auf eigene Faust -
eine beachtliche Leistung und ein voller Erfolg: Dieser Triebwagen wurde in der Braunlager Werkstatt selbst gefertigt und verfügte über 20 Plätze 3. Klasse, 6 Plätze 2. Klasse & 10 Stehplätze.
Ein Dieselmotor trieb einen Generator an, welcher wiederum die elektrischen Antriebsmotoren versorgte. Niederige Betriebskosten und hohe Laufleistung bei geringem Wartungsaufwand machten den ab 1931 eingesetzten Triebwagen zu einem vollen Erfolg.
Oben: Der VT 02 mit Triebwagenführer, Winter 1940.
Nebenstehend: Blick in die Werkstatt Bau des VT 02, 1931
[Quelle: Sammlung W. Dörner]
VT 07 - Das Sorgenkind.
Manch ein Südharzeisenbahner mag sich gedacht haben: "....wenn man nicht alles selber macht...." Der zugekaufte VT 07 wurde extra umgerüstet - mit mehr PS sollte er die Bergstrecke in den Harz spielend meistern. Trotz des "Tunings" war er aufgrund häufiger Pannen wesentlich unwirtschaftlicher als sein Vorgänger Marke Eigenbau.
VT 07 im Bahnhof Braunlage, dahinter der VT 02
[Quelle: Sammlung W. Dörner]
VT 14 - Vom Harz ins Schwabenland
Rund zwei Jahre vor Einstellung des Personenverkehrs wurde dieser Triebwagen der Firma MAN zugekauft. Er wurde sowohl im Personen- wie auch Güterverkehr eingesetzt. Nach rund 14 000 Kilometern im Pendelbetrieb zwischen Braunlage und Walkenried ging er an die Württembergische Eisenbahngesellschaft. Er befindet sich zur Aufarbeitung bei der Härtsfeld-Museumsbahn in Neresheim im Ostalbkreis.
VT 14 mit angehängten Güterwagen im Bahnhof Walkenried.
[Quelle: Sammlung W. Dörner / Aufnahme Kindermann]


Aktuelle Informationen und Streckenhinweise finden Sie unter www.südharz-eisenbahn.de

GPS-Koordinaten
N 51.6132° E 10.5895°

Impressum / Datenschutz