Die Scharzfelder Dolomiten
 Steinkirche, Schulberg, Einhornhöhle, Klippen, Burgruine Scharzfels
 
Charakteristik: Rundwanderung
Wegemarkierung:
gpx-download: kww-scharz1.zip
Gesamtstrecke: 11,8 km
Wanderdauer: ca. 4-5 Std. einschl. Höhlenführung/Einkehr
Ausgangspunkte: Parkplatz Steinkirche

Empfohlener Wanderverlauf:

Start: Auf dem Parkplatz unter der B243-Brücke an der Steinkirche in Scharzfeld.
Sie laufen durch Wald, Geologie, Eis- und Steinzeit, durch Klippen, begegnen Höhlenbären und hören noch den Nachhall französischer Artillerie. Diese Tour verläuft nämlich durch die vielleicht geschichtsträchtigste Region des Südharzes! Empfohlen wird es, die Tour im Uhrzeigersinne abzuwandern, so kommen die Einkehrmöglichkeiten dann, wenn man sich auch genügend Hunger angelaufen hat.
Wir starten die Tour unter der Brücke der B 243 am Westrand von Scharzfeld. Von hier geht es zunächst – stets gut ausgeschildert – hinauf zur Steinkirche, einer natürlichen Höhlenspalte vor der bereits am Ende der letzten Kaltzeit Jäger und Sammler Schutz suchten und Lagerfeuer unterhielten. Im Mittelalter wurde diese zu einem Kirchenraum erweitert mit Kanzel, Taufbecken und Krypta. Der Vorplatz nahm Bestattungen auf und war überbaut. Wohl mit der Reformation endete die rituelle Nutzungszeit.
Der weitere Weg führt über artenreiche Halbtrockenrasen hinauf auf den Ritterstein, man erkennt noch Reste von Wall und Graben, wohl eine frühmittelalterliche Bastion im Umfeld der Burg Scharzfels. Hier wird in alter Tradition mit weitem Panoramablick über den Südharz das Osterfeuer abgebrannt.
Der Weg führt auf dem Kamm des Steinberges vorbei an einem Denkmal für “Turnvater“ Jahn in den Wald hinein und fällt alsbald auf schmalem Pfad hinab ins Bremketal wo ein Campingplatz, ein Freibad, ein Restaurant und weiter oberhalb ein Waldspielplatz warten. An dessen Südostecke steigt der Weg über den Talbach an und alsbald stetig im Laubwalde hinauf bis zu den Rottsteinklippen. Hier finden sich in den links unterhalb des Weges anstehenden Dolomitklippen Halbhöhlen (Abris), hier startet(e) vielleicht das unterirdische Höhlensystem der Einhornhöhle. Auf diesem Wegeabschnitt geben einige Erläuterungstafeln Auskunft über Wald, Ökologie und Geologie.
Weiter geht es durch Laubwald auf der Anhöhe im Uhrzeigersinn um die Quellmulden der Bäche im Rott und des Hasenwinkelbaches bis an den oberen Ausläufer des Wolfskuhlentales.
200 m links am Südwestrand einer Schneise liegen im Unterholz noch die eher unscheinbaren Artilleriestellungen französischer Truppen vom 15. September 1761, von denen – es herrschte der Siebenjährige Krieg 
aus zunächst der Frauenstein und dann von dort aus die Burg Scharzfels sturmreif geschossen wurde. Wenig später liegt gut beschildert 150 m links der Frauenstein, ein Dolomitfelsen, mit einer Bastion zur Sicherung der Bergseite der Burg Scharzfels versehen. Gewölbereste sind noch zu erkennen.
Die um 1000 errichtete Burg Scharzfels hatte große territorialgeschichtliche Bedeutung. Erläuterungstafeln erschließen die Geschichte und ehemaligen Bauwerke. In der „Schlossgaststätte“ wartet nach gut der halben Wegstrecke die jetzt gebotene Stärkung (Mo, Di und im Winter Mi Ruhetag). Danach bietet sich zunächst der Besuch der Oberburg mit dem herrlichen Panorama-Blick an, dann der kurze ausgeschilderte Rundweg um die Burgfelsen, um dann ins Hasenwinkeltal hinab und auf der anderen Seite wieder anzusteigen, wo eine Führung durch die Einhornhöhle für jeden Besucher des Südharzes ein „Muss“ ist.
Auch hier lockt vor oder nach der Höhle die Einkehr im „Haus Einhorn“. Die Höhle ist ein Ort lang anhaltender naturwissenschaftlicher Forschung, ausgehend vom sagenhaften Einhorn über die Eiszeiten und den Höhlenbären bis zum Neandertaler und frühe Forscher wie Leibniz, Goethe oder Virchow.
Entlang der Kaiserklippe und anderer Dolomitfelsen geht der Weg nach Westen und führt alsbald am Wiesenrande mit schönen Blicken auf das weite Harzvorland hinab ins Rott und steigt weiter nach Westen auf den Schulberg an. Hier kann auf einem ausgeschilderten Pfad der nach Süden ausliegende Schulberg umrundet werden, wobei sich Felsen und Abris zeigen, in denen Menschen in der mittleren Steinzeit lebten.
Durchs untere Bremketal geht die letzte Wegstrecke hinauf auf den nun schon bekannten Steinberg, unter dem Ritterstein und oberhalb der B 243 entlang. Hier mag der Wanderer innhalten und an Hermann Löns denken, der um 1908 hier bei seinen Barbiser Schwiegereltern öfters weilte, auch am Ritterstein saß und in etwa so schrieb:
„Ach wie schön ruhig ist es doch in Scharzfels, fernab vom Geknatter der Automobile!“
Nach wenigen Schritten ist der Wanderer wieder am Ausgangspunkt, wo sein Wagen steht oder der kurze Weg zur Bushaltestelle Sattlergasse in Scharzfeld führt.


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