Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


278. Lichtenstein, Burgruine. Dorste, Kr. Osterode, Bez. Hildesheim.

Name: Lichtenstein.

Meßtischblatt: 2316/4227 Osterode; S 9,9; W 2,9.

Allgemeine Lage: Westlicher Vorharz (Liesgau).

Örtliche Lage: 261 m NN auf nördlich zur Söse vorspringender Bergnase, 2 km südlich von Förste.

Baugrund: Unterer Buntsandstein und Jüngerer Zechsteingips.

Baumaterial: Lagerhaftes Bruchsteinmauerwerk aus Gips mit eingefügten Buntsandsteinplatten. Gipsmörtel.

Beschreibung: Kreisrunde Anlage, dem frühen Typ der niedersächsischen Rundburg verwandt. Als Kern der Burghügel, etwa 50 m Durchmesser, darum herum umlaufenden Ringgraben mit Vorwall. Gesamtdurchmesser von Wallkrone zu Krone etwa 90 m. Südlich ehemalige Toreinfahrt mit vorgelegtem sichelförmigen kurzen Zwingerwall. Am Nordrand des Burgplatzes einziges erhaltenes Mauerstück, ca. 9 m lang, 4,5 m hoch, 1 m dick, mit Balkenauflagerfalz.

Geschichte: Urkundliche Nennung des Lichtensteins erst 1404, 1406. Damals Eigentum der Herzöge v. Braunschweig-Grubenhagen (Herzog Erich 1380-1427). 1439 pfandweise an Herwig v. Utze, dessen räuberische Überfälle auf Goslar (vgl. auch Große Harzburg) zur Eroberung der Burg durch Goslar führten. Später Wittum der Herzogin Elisabeth, Witwe Herzogs Albrechts II. (1419-1486), die den Lichtenstein 1501 pfandweise an Hans und Albrecht v. Lauthorst gab. 1561 ist die Burg verlassen und scheint verfallen zu sein.

Lit. u. Abb.: Bode, ZHV 41 1908 S. 68 ff.; Hdb. d. Hist. St. D., Niedersachsen 1960 S. 250 f.; Max, ZHV 2 1869 H. 2 S. 118; Tillmann, S. 589; Stolberg, 1938 Gr. Skizze.

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