Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


206. Hindenburg bei Badenhausen, Burgruine. Badenhausen, Kr. Gandersheim, Bez. Braunschweig.

Name: Hindenburg, Hünenburg.

Meßtischblatt: 2376/4227 Osterode am Harz; N 14,5; W 11,0.

Allgemeine Lage: Westlicher Vorharz, Gebiet der Söse (Liesgau).

Örtliche Lage: 205 m NN auf einem nördlich von der Söse im Bogen umflossenen Bergsporn (Söse-Ufer 174 m NN) unmittelbar südlich Badenhausen.

Baugrund: Älterer Zechsteingips, benachbart Mittlerem Zechstein.

Baumaterial: Lagerhafter Gips-Bruchstein in Gipsmörtel.

Beschreibung: Die Burg auf Bergsporn entwickelt, nach Süden durch breiten und tiefen Halsgraben vom Gelände getrennt. Nach Osten, Norden, Westen natürlicher Steilhang zur umfließenden Söse. Gesamtausdehnung ca. 55X90 m. Zu unterscheiden die auf die Nordostecke gesetzte Kernburg, rechteckig, ca. 30X45 m, mit abgerundeter Nordwestseite. Romanisches Schema: Mantelmauer mit innen dagegengesetzten Bauten, Tor im Norden, Bergfried quadratisch, 14X14 m, in die Südostecke eingefügt. Vor der West- und Nordseite der Kernburg zwingerförmige Unterburg von ca. 20 m Breite, mit Torturm, ca. 14X4 m, auf der Nordseite. Nördlich außerhalb geringe Reste einer Vorburg mit kleinem quadratischen Turm. Die genannten Bauteile sind gegenwärtig nur noch nach dem Grundriß von Brinckmann (1910) zu identifizieren, da Verfall und Pflanzenwuchs das Bild verwischt haben.

Geschichte: 1152 erste Nennung "Hintesborgk", 1322 bis 1360 verschiedentlich urkundliche Nennung. Stets welfischer Gemeinschaftsbesitz der Linien Braunschweig und Grubenhagen. 1365, nach der Fehde zwischen Grubenhagen und Mainz, war der Grubenhagensche Anteil an der Burg zeitweise in Händen von Mainz und Thüringen. Auch sonst häufige Verpfändung seitens Grubenhagens. Im 14. und 15. Jh. Burgmannen, u. a. v. Steinberg, v. Eberstein, v. Stockhausen, v. Hardenberg, v. Grone, v. Minnigerode. Die Burg kontrollierte die nahebei vorüberführende alte Thüringer Heerstraße, im Zusammenhang damit scheint die Tatsache zu stehen, daß die Burg 1398 von den verbündeten Fürsten, Herren und Städten vom Landfrieden wegen Räubereien der Burgmannen erobert und zerstört wurde, wonach man 20 Mann hing, die übrigen verbrannten in der Burg. Die Burg scheint wieder aufgebaut worden zu sein, 1506 fiel sie an Braunschweig-Wolfenbüttel. Im 16. Jh. öde.

Lit. u. Abb.: Limburger Chronik um 1400, Jena 1922 S. 83; B.u.KDm. Braunschweig 5 S. 270 ff. mit Gr. Brinckmann; Lühmann, Der Harz 22 1915 H.5 S. 36 Gr. Brinckmann u. 1924 S. 97 f. Gr.; Max, ZHV 2 H. 2 1869 S. 117 Hindenburg; Tillmann, S. 399.

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