Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


215. Lauterberg, Burgreste. Bad Lauterberg, Kr. Osterode, Bez. Hildesheim.

Name: Lauterberg, Lutterberg, Hausberg.

Meßtischblatt: 2450/4328 Bad Lauterberg; S 14,3; O 9,8.

Allgemeine Lage: Südharzrandgebiet, Austritt des Odertals aus dem Gebirge (Liesgau).

Örtliche Lage: 422 m NN auf einzelnem, steilen Bergkegel über dem Zusammenfluß von Oder und Lutter, unmittelbar nördlich über Bad Lauterberg (287 m NN).

Baugrund: Kieselschiefer des Oberdevon neben Plattenschiefer (Grauwackensandstein) des Karbon.

Baumaterial: Grauwackensandstein.

Beschreibung: Der Bergkuppe angepaßter ovaler Burgplatz, ca. 30X60 m, von tiefem Ringgraben mit Vorwall umgeben. Geringe Reste der Ringmauer. Der gesamte Burgplatz mit neuzeitlicher Gaststätte überbaut, so daß keine Rückschlüsse auf den ehemaligen Bestand gezogen werden können.

Geschichte: 1183 nennt sich Graf Siegbodo von Scharzfeld „Graf von Lutterberg“, ein „castrum Lutterberg“ seit 1190 urkundlich nachweisbar, Zeit der Erbauung um diese Zeit anzusetzen. Vermutlich welfisches Lehen. 1230 Tod von Siegbodos kinderlosem Sohn Heidenreich. Erbe fällt an seinen Neffen Burchard v. Scharzfeld, der die neue Linie der Grafen v. Lutterberg begründet, die nach 1400 ausstarb. Die Herzöge v. Braunschweig gaben das heimgefallene Lehen an die Grafen v. Hohnstein, die die Burg und Herrschaft Lauterberg ab 1405 bis zu ihrem Aussterben 1593 besaßen (vgl. auch Scharzfels). 1415 Zerstörung der Burg durch Herzog Erich v. Braunschweig in einer Fehde mit den Hohnsteinern, 1417 neue Belehnung der Grafen v. Hohnstein mit Schloß und Siedlung durch Braunschweig-Grubenhagen. Seit 1593 unmittelbarer Besitz der Herzöge. Zeitpunkt der endgültigen Aufgabe der Burg unbestimmt.

Lit.: Hdb. d. Hist. St. D., Niedersachsen 1960 S. 241; Tillmann, S. 570.

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